Heute hab ich ein einfaches, gesundes Wohlfühlrezept für dich: einen cremigen Miso-Gemüseeintopf mit Frischkäse und buntem Gemüse. Perfekt für kalte Tage!

Kohlrabi: mild, süßlich und unterschätzt
Kohlrabi ist ja so ein Gemüse, das irgendwie jeder kennt, aber selten so richtig gefeiert wird. Dabei esse ich ihn wirklich gern. Mir gefällt dieser milde Kohlgeschmack, leicht süßlich und ganz fein, einfach sehr gut. Botanisch gehört er zu den Kohlgewächsen, ist aber keine Wurzel, sondern eine verdickte Sprossknolle, die oberirdisch wächst. Fun Fact: Kohlrabi heißt im Englischen auch Kohlrabi. Die zarten Blätter von frischem Kohlrabi kannst du übrigens gleich mitverwenden, sie schmecken ähnlich wie Spinat.
Roh eignet sich Kohlrabi super für Salate. Ich mache schon mal gerne einen Salat aus ganz dünn aufgehobelten Scheiben Kohlrabi und Apfel, dazu Walnüsse und Thymian: frisch, knackig und super lecker. Notiz an mich: Ich sollte das Rezept dazu auch mal aufschreiben. 😉
Diesmal hatte ich aber einfach noch zwei Kohlrabi im Kühlschrank und hab überlegt, was ich mit den Zutaten, die ich noch zu Hause hatte, kochen kann. So kam mir die Idee zu diesem Eintopf. Und was soll ich sagen? Der Eintopf, der dabei rausgekommen ist, hat mich wirklich überzeugt. Cremig, wohlig und einfach eine runde Sache.

Welches Miso passt in den Gemüseeintopf?
Wenn’s draußen kalt wird, ist dieser cremige Miso-Gemüseeintopf genau das Richtige. Kartoffeln, Möhren, Kohlrabi und Erbsen bringen Wärme, Nährstoffe und jede Menge Geschmack in die Schüssel. Miso-Paste und Frischkäse sorgen dabei für eine angenehm würzige und zugleich cremige Note.
Beim Miso hab ich eine klare Empfehlung für dich: Shinshu Miso. Der Name kommt von Shinshu, der alten Bezeichnung für die Präfektur Nagano in Japan, wo dieses Miso traditionell aus Sojabohnen und Reis-Koji hergestellt wird. In Japan ist es sogar die beliebteste Miso-Sorte überhaupt. Es ist goldgelb bis hellbraun und geschmacklich schön ausgewogen: zwischen mild und kräftig, zwischen süß und salzig. Ein echter Allrounder für die Küche. Im Handel findest du es oft auch als gelbes Miso oder Yellow Miso.
Ich weiß, bei den ganzen Miso-Sorten durchzublicken, ist nicht so einfach. Mein Tipp: Schau dir im Asiamarkt einfach mal in Ruhe das Miso-Regal an und achte vor allem auf die Farbe. Sehr helles Miso, oft als weißes Miso verkauft, hat einen hohen Koji-Anteil und schmeckt deutlich süßer. Für den Eintopf würde ich eher zu einem goldgelben bis hellbraunen Miso greifen, dann liegst du schon ganz gut. Ich nutze zum Beispiel gern die Sorten von Hikari Miso. Für dieses Rezept passt die Mutenka Enjuku Koji Miso sehr gut. Mutenka bedeutet übrigens ohne künstliche Zusätze, Enjuku steht für vollständig gereift. Oder du nimmst die Organic Mild Sodium Miso, die rund 25 % weniger Salz enthält als klassisches Miso. Du kannst aber natürlich auch mit anderen Sorten experimentieren.

Tipps zum Abwandeln, Aufbewahren und Einfrieren
Das Schöne an diesem Eintopf ist übrigens, dass du ihn ganz nach deinem Kühlschrankinhalt abwandeln kannst. Statt Erbsen oder Möhren passen zum Beispiel auch Blumenkohl, Brokkoli oder Pastinake gut dazu. Brühe brauchst du dafür nicht einmal, ich hab nur Wasser genommen, denn das Miso bringt schon genug Würze mit. Gut abgedeckt hält sich der Eintopf im Kühlschrank problemlos ein, zwei Tage und schmeckt aufgewärmt fast noch besser, weil die Aromen dann richtig durchziehen. Wichtig beim Aufwärmen: nur sanft erhitzen und nicht mehr sprudelnd kochen lassen, sonst geht das feine Miso-Aroma verloren. Aus demselben Grund kommt im Rezept auch die Hälfte des Misos erst ganz zum Schluss dazu. Du kannst ihn außerdem portionsweise einfrieren, das hab ich selbst ausprobiert, und es hat gut geklappt. Und falls du ihn vegan magst, tausch den Frischkäse einfach gegen eine pflanzliche Alternative.
Und jetzt heißt es nur noch: Itadakimasu (gesprochen: i-ta-da-ki-mass)! So sagt man in Japan vor dem Essen, und es bedeutet so viel wie „ich empfange dankbar“. Ein kleiner Dank an das Essen und an alle, die es auf den Tisch gebracht haben. 😊

- 50 g Butter
- 600 g Kartoffeln (vorwiegend festkochend)
- 300 g Möhren
- 500 g Kohlrabi
- 150 g gefrorene Erbsen
- 3 Frühlingszwiebeln
- 65 g Shinshu-Miso (gelbes bis hellbraunes Miso)
- 80 g Frischkäse
- ca. 700 ml Wasser
- Meersalz
- frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- gehackte Petersilie
- Die Kartoffeln, Möhren und Kohlrabi schälen und in ca. 1 x 1 cm große Würfel schneiden. Die Kartoffelwürfel separat in eine Schüssel geben.
- Die Frühlingszwiebeln in feine Scheiben schneiden.
- Die Butter in einem Topf auf mittlerer Temperatur zerlassen. Dann die Kartoffelwürfel hinzugeben, etwas salzen und ca. 5 Minuten unter Rühren leicht anbraten.
- Nun die Kohlrabi- und Möhrenwürfel sowie die Hälfte der Miso-Paste dazugeben. Mit etwas schwarzem Pfeffer würzen und alles gut vermengen.
- Dann mit so viel Wasser auffüllen, dass das Gemüse knapp bedeckt ist und bei hoher Temperatur mit geschlossenem Deckel für 20 Minuten kochen. Zwischendurch umrühren.
- Danach die Frühlingszwiebeln und die Erbsen hinzufügen. Alles gut durchmischen und weitere 5 Minuten kochen lassen.
- Zum Schluss den Frischkäse und die restliche Miso-Paste dazugeben und alles gleichmäßig unterheben, bis eine cremige Konsistenz entsteht. Mit Meersalz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.
- Den Miso-Gemüseeintopf mit gehackter Petersilie bestreuen und servieren.
Du kannst ihn auch perfekt einfrieren. Länger als 3 Monate würde ich aber nicht empfehlen, damit er seinen optimalen Geschmack erhält. Vor dem Aufwärmen am besten zuerst auftauen lassen.
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