Heute möchte ich dir ein typisches Grundnahrungsmittel aus der Provinz Shandong an der chinesischen Ostküste vorstellen, das dort meist anstelle von Reis gegessen wird: Mantou. Sie werden dort als Hauptmahlzeit oder auch als Beilage zu anderen Gerichten, wie Mapo-Tofu gegessen.
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Mantou: Essen in China nicht alle Reis?
Mantou sind nicht nur in Shandong verbreitet, sondern generell in Nordchina, genau wie andere Mehlspeisen, die traditionell auf dem täglichen Speiseplan stehen. Aber in China essen doch alle Reis?! Das ist natürlich Quatsch und genauso ein dummes Vorurteil wie alle Deutsche essen ständig Sauerkraut und Kartoffeln. 😀
Da wegen des Klimas in Nordchina traditionell Weizen angebaut wird und in Südchina Reis, haben sich historisch auch unterschiedliche Essgewohnheiten gebildet.
Mantou lassen sich am ehesten mit unseren deutschen Hefeklößen vergleichen, wobei hier auf Butter, Eier und Milch komplett verzichtet wird. Das verwundert nicht weiter…in China sind Milchprodukte ja generell nicht sehr verbreitet. Das Mantou-Rezept ist wirklich sehr basic. Mehl, Wasser, Hefe, Salz und Zucker. Das war’s. Ich empfehle dir übrigens Trockenhefe zu verwenden. Ich hab es auch einmal mit frischer Hefe versucht, aber der Hefegeschmack war dann doch relativ stark. Das sollte er eigentlich nicht sein.
So gelingen fluffige Mantou
Die angegebene Menge an Mehl und Wasser lässt die Mantou fluffig, aber doch kompakt werden. Nachdem der Teig gut eine Stunde gegangen ist wird er zu einer Rolle geformt und in gleich große Portionen geteilt. Es gibt Varianten, wo einfach diese Scheiben gedämpft werden oder sie werden vor dem Dämpfen zu Kugeln geformt.

Häufige Fragen zu Mantou
Was ist der Unterschied zwischen Mantou und Baozi?
Mantou sind ungefüllte Dampfbrötchen, die wie Brot als Beilage gegessen werden. Baozi sind dagegen gefüllte Teigtaschen, zum Beispiel mit Hackfleisch oder Gemüse. Der Teig ist bei beiden ganz ähnlich.
Mein Teig ist zu trocken. Was mache ich falsch?
Wahrscheinlich gar nichts. Mantou-Teig ist deutlich fester als ein deutscher Hefeteig für Hefeklöße, das gehört so. Mehl nimmt aber je nach Sorte unterschiedlich viel Wasser auf. Wenn sich der Teig nach dem Kneten nicht zu einer glatten Kugel verbinden lässt, gib einfach esslöffelweise Wasser dazu.
Kann ich auch frische Hefe nehmen?
Ja, aber sparsam, sonst schmecken die Mantou zu stark nach Hefe. Etwa 5 g frische Hefe auf 500 g Mehl reichen, dann musst du allerdings eine längere Gehzeit einplanen.
Kann ich Mantou im Dampfgarer zubereiten?
Das klappt auch. Probier es mit 100 °C für etwa 20 Minuten. Am besten erst ein bis zwei Test-Mantou machen und die Zeit dann bei Bedarf anpassen.
Wie bewahre ich übrige Mantou auf?
In einer gut verschließbaren Dose halten sie sich etwa zwei Tage. Zum Aufwärmen einfach kurz in die Mikrowelle oder noch mal ein paar Minuten dämpfen.
Was mache ich mit Mantou vom Vortag?
Etwas trockenere Mantou sind perfekt zum Braten: In Scheiben schneiden und in Erdnussöl mit Frühlingszwiebeln und getrockneten Chilischoten anbraten. Oder du machst es wie Leserin Momo, die selbst aus Shandong kommt: Die Scheiben in verquirltes Ei mit Salz und Pfeffer tauchen und knusprig ausbacken. Sehr lecker sind auch frittierte Mantou mit gesüßter Kondensmilch zum Dippen, die gibt es in China gern als Snack.

- 500g Weizenmehl Typ 550
- 250ml lauwarmes Wasser
- 1 Pck. Trockenhefe
- 1 Prise Salz
- 1 gestrichenen TL Zucker
- Das Mehl mit der Hefe, Salz und Zucker mischen.
- Das Wasser hinzugeben und in der Küchenmaschine* oder von Hand 5 Minuten gut durchkneten.
- Den Teig in der Rührschüssel abdecken und an einem warmen Ort 1 Stunde gehen lassen.
- Danach auf einer bemehlten Arbeitsfläche nochmals gut durchkneten, eine Rolle formen und in 6-8 gleich große Stücke schneiden.
- Die Stücke zu Kugeln formen, in einen Bambus-Dämpfkorb* geben und 10 Minuten gehen lassen.
- In einen Topf, der die Größe des Dampfkorbs hat ca. 4 cm Wasser geben, den Korb auf den Topf setzten und auf hoher Stufe für 20 Minuten dämpfen.
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Lisbeths sagt
Moin Lars,
na hier ist es aber flott lecker! Ich liebe Hefe!!!!
Liebe Grüße
Karin
Lars sagt
Danke dir liebe Karin! ?
Es wird in Zukunft bestimmt wieder hefig werden. 😉
LG Lars
Joe sagt
馍馍,又称山东大馒头
可以炒煎炸等不同的再加工,做成美味可口的主餐配菜!
棒棒哒°°°°!!
Dirk sagt
doofe frage wie kann man die restlichen mantou aufbewahren da ich dein rezept zwar 1:1 übernehme aber nur 1 Person bin und somit garantiert einige übrig bleiben werden
Lars sagt
Hi Dirk,
also ich hebe die restlichen Mantou normalerweise in einer verschließbaren Dose, wie die von Lock & Lock auf. Da halten sie sich gut zwei Tage. Du kannst sie dann auch ruhig nochmal kurz in der Mikrowelle aufwärmen. In Scheiben geschnitten und in der Pfanne mit Erdnussöl, Frühlingszwiebeln und getrockneten Chilischoten angebraten schmecken sie übrigens auch sehr gut. Dann macht es auch nicht, wenn sie schon etwas trockener geworden sind.
Viele Grüße
Lars
Dirk sagt
noch eine frage di emantou sin dmir ganz gut gelungen allerdings ne riesen sauere weil viel zu viel mehl und zu wenig wasser musste 500 ml nehmen weiß ja nicht wie du nur 250 ml nehmen kannst das ist trocken wie die sahara und ich habe ein ruhrgerät genommen naja was solls meine frage ist wie verhinderst du das die mantou an dem bambus kleben bleiben?
Lars sagt
Hm, also mit der Wassermenge wundert mich jetzt. Das Verhältnis 2:1 ist normalerweise ausreichend. Mantou sind im Vergleich zu deutschen Hefeklößen oder Germknödeln auch nicht so fluffig und locker. Die Teigkonsistenz muss etwas fester sein. Das Festkleben kann man verhindern, wenn man z.B. aus Backpapier kleine Quadrate schneidet und die Kugel darauf setzt. Aber das war ein guter Hinweis. Ich werde den Tipp im Rezept nachtragen.
Kerstin sagt
kann man die mantous auch in normalen dampfgaröfen garen? wenn ja welche temperatur und dauer würde das entsprechen?
Lars sagt
Hi Kerstin,
das klappt bestimmt. Ich würde es mal mit 100°C für 20 Minuten versuchen. Vielleicht erstmal 1-2 Test-Mantou machen und dann ggfs. die Dauer anpassen.
Jay sagt
sind das diese Brötchen die man immer in Eastern sieht?
Lars sagt
Das kann ich dir leider nicht genau sagen, da ich nicht so viele Eastern gesehen habe. Es kann auch sein, dass es Baozi (gefüllte Teigtaschen) oder Dumplings sind.
Momo sagt
Selbst als eine Shandongerin muss ich sagen, das Rezept ist sehr authentisch. Nach diesem Rezept hat mein Freund sehr luftige Mantou gekocht. Hier ist noch ein authentisches Rezept für die schon ein bisschen trockene Mantou. 3 Mantou in Scheiben scheiden, 2 Ei mit Pfeffer und 1/2TL Salz umrühren, dann Mantou in Ei dippen und in heißes Öl braten. Das schmeckt auch lecker. :p
Lars sagt
Hey Momo,
danke für das Kompliment! Das höre ich natürlich besonders gerne. 😉
Deinen Tipp mit den gebratenen Mantou Scheiben kenne ich auch. Super lecker! Mache ich auch gerne. Auch schon mal mit etwas Frühlingszwiebeln in der Ei-Mischung.
Frank sagt
Frische Hefe kann man auch nehmen. Aber sparsam. ich habe 1% frische Hefe genommen. Die Mengenangabe bezieht sich dabei auf das Mehl – also bei 500g Mehl wären das 500g x 1% = 5g Hefe.
Lars sagt
Klar bei dem niedrigen Anteil Frischhefe muss man nur eine längere Gehzeit einplanen.